Grenzen sind wie die Konturen einer Landkarte – sie geben Orientierung, definieren Räume, schaffen Sicherheit. Manchmal sind sie unsichtbar und doch spürbar, gesetzt von der Gesellschaft, von anderen Menschen oder von uns selbst. Manchmal sind sie wie die Klippen der Insel, an denen die Wellen brechen – fest, unverrückbar, eine Herausforderung.
La Palma hat mich gelehrt, Grenzen zu achten und gleichzeitig die Freiheit zu spüren, sie neu zu hinterfragen. Die steilen Pfade durch die Vulkanlandschaft fordern Respekt, doch sie laden auch ein, den nächsten Schritt bewusst zu setzen. So ist es auch im Leben: Manche Grenzen akzeptiere ich als Schutz, andere erkenne ich als Prüfstein.
Wenn mir jemand eine Grenze setzt, ist das nicht immer eine Einschränkung – oft ist es eine Einladung, meine eigenen Begrenzungen zu reflektieren. Vielleicht steckt dahinter ein Impuls, innezuhalten, nachzuspüren, zu verstehen. Doch manchmal zeigt sich erst an der Grenze meine wahre Stärke. Und dann entscheide ich, ob ich stehenbleibe oder ob es an der Zeit ist, über die vermeintliche Linie hinauszuwachsen.
Die Palmen-Pinie hier auf der Insel lehrt mich genau das: Sie trotzt dem Feuer, passt sich an, erneuert sich. Sie brennt – und wächst wieder. Auch ich erlaube mir, mich neu zu definieren, wenn ich an eine Grenze stoße. Und wenn das Leben es verlangt, überschreite ich sie, weil es meine Wahrheit, meine Freiheit, mein Überleben bedeutet.
So bleibt jede Grenze ein Moment der Entscheidung. Ein Atemzug, in dem ich spüre: Bleibe ich hier oder wage ich den Schritt ins Unbekannte?
Was bedeuten Grenzen für dich?