Am Freitag habe ich die Nachricht bekommen, dass ich nicht operiert werden muss. Darüber bin ich sehr froh.
Gleichzeitig spüre ich, dass dieser Handbruch nur ein Teil dessen ist, was gerade in Bewegung ist. In den vergangenen Wochen und Monaten ist vieles zusammengekommen. Am Wochenende habe ich eine liebe Freundin bis zu ihrem letzten Atemzug begleitet. Vor wenigen Tagen wurde mir bewusst, dass es nun genau elf Jahre her ist, seit ich nach Deutschland gekommen bin. Und vielleicht ist dies auch ein Moment, in dem vieles noch einmal nachklingt, was in dieser Zeit getragen, bewegt und gelebt werden wollte.
Seit vielen Jahren bin ich fast ununterbrochen unterwegs gewesen. Nun zeigt mir mein Körper sehr deutlich, dass es Zeit ist, etwas langsamer zu werden und aufmerksamer hinzuhören.
Diese Entscheidung alle Yoga Stunden für einen ganzen Monat abzusagen bricht mir fast das Herz. Gleichzeitig spüre ich, dass ich gerade nicht alles halten kann wie bisher. So möchte ich einen Weg finden, der sowohl Raum für Regeneration lässt als auch eine Vorfreude an unseren zukünftigen gemeinsamen Stunden trägt.
Ich sehe diese Entscheidung als einen Akt des Respekts – vor meiner gebrochenen Hand, vor meinem Körper, vor meinem Herzen und vor meiner Seele.
Ich danke euch für euer Verständnis und freue mich auf die Begegnungen mit euch im Alltag, auf dem Markt oder auch im Flur.
Bis Ende Juni finden keine Yogastunden statt.
Gestern war ich bei einem weiteren Arzt, um eine Zweitmeinung einzuholen. Dabei hat sich gezeigt, dass der Bruch leider doch etwas komplizierter ist als zunächst angenommen. Der Knochen muss nicht nur zusammenwachsen, sondern muss sich aufbauen. Er hat mir sehr deutlich geraten, mir in den kommenden Wochen mehr Ruhe zu gönnen, damit die Hand wirklich gut heilen kann.
Nach einer langen schlaflosen Nacht des Abwägens bin ich nun zu dieser Entscheidung gekommen, die mir nicht leichtfällt, sich aber dennoch richtig anfühlt:
Bis Ende Juni finden keine Yogastunden statt.
So schwer mir das fällt, spüre ich gleichzeitig, dass dies gerade der stimmigste Weg ist. In den letzten Tagen haben mich viele Zeichen erreicht – nicht nur die ärztliche Empfehlung, sondern auch einige Absagen und Veränderungen. Bei mir ist ein deutliches Gefühl entstanden, dass das Leben mich mehr oder weniger sanft in eine Richtung schiebt, auch wenn ich selbst zunächst noch festhalten möchte.
Ich nehme diese Pause nun als Einladung an, wirklich innezuhalten und meiner Hand die Zeit zu geben, die sie braucht. Vielleicht ist es auch eine Gelegenheit, all das nachklingen zu lassen, was mich die vergangenen Wochen oder auch Jahre bewegt hat.
Wenn alles gut verheilt, freue ich mich darauf,
am Mittwoch, den 01. Juli, wieder mit euch auf der Matte zu stehen.
Danke für euer Verständnis, eure Geduld und die vielen lieben Gedanken, die mich in den letzten Tagen erreicht haben. Das bedeutet mir sehr viel.
Passt gut auf euch auf – und vielleicht nutzt auch ihr die kommenden Wochen für den einen oder anderen bewussten Atemzug mehr. Was hat jemand vor ein paar Tagen gesagt, “ Aus jeder Krise entsteht etwas Neues“
Fühlt euch vom ganzen Herzen umarmt
Gabriele



