
Das Baby ist groß genug und es wird langsam für Mutter und Kind eng, wie ein Kokon, der zu eng geworden ist.
Rund um den Neumond im Widder kommen oft genau diese Bewegungen an die Oberfläche. Alte Muster und Beziehungsdynamiken offenbaren und zeigen sich. Die Art und Weise, wie wir Nähe leben – oder eben nicht, und wenn wir nicht durch die Rosarote Brille schauen, dann fühlt sich das nicht immer leicht an.
Da ist diese Sehnsucht nach Verbindung. Derr Körper erinnert sich und reagiert auf Nähe mit Enge, mit Unruhe, mit einem inneren Festhalten – oder mit dem Impuls, sich zurückzuziehen. Nicht, weil etwas falsch läuft, Sondern weil das Nervensystem gelernt hat, wachsam zu sein.
Viele Menschen bewegen sich – oft unbemerkt – genau zwischen diesen Polen: zwischen Klammern und Rückzug, Abgrenzung und ich schütze mich, zwischen dem Wunsch nach Nähe und dem Bedürfnis nach Schutz.

Mir geht es nicht mehr darum etwas zu verändern oder „wegzumachen“, sondern um es überhaupt erst zu erkennen und diesem Gefühl Raum zu geben. Ich erinnere mich, mein Körper erinnert sich und dann geht es darum dieses miteinander verschmelzen zu lassen.
Das Pfauenauge – dieser Schmetterling, der gerade gestern wieder für mich aufgetaucht ist – sich mir gezeigt hat, oder ich innegehalten habe und mir Zeit genommen habe um zu sehen – trägt genau diese Qualität in sich. Er entsteht nicht im Flug oder in der ständigen Bewegung oder im Tun, sonder aus der Leichtigkeit, die nach der Enge entsteht. Dort wo es sich komplett neu ordnet. Manchmal nutze ich auch die Vorstellung das wir ein Schneeglas schütteln und alles wird aufgewirbelt, um sich dann neu um die Figuren herum im Glas neu zu ordnen. Danach ist es kaum im Außen für andere sichtbar, aber im Inneren fühlt es sich anders an.
Und vielleicht ist es genau das, was sich gerade auch im Inneren zeigt: Ein Zustand, der sich noch nicht frei anfühlt, vielleicht es ist noch eng, vielleicht auch unruhig und manchmal auch ist alles total widersprüchlich und wir selbst im Wiederstand. Das zeigt ein Nervensystem, das zwischen Alarm und Erschöpfung pendelt.

Wenn der Körper sich wieder beruhigt, sich sicher fühlt, das innere Flattern langsamer wird, und etwas, das vorher festgehalten hat, kann sich ganz von selbst lösen.
Wie ein Kokon, der sich nicht durch Kraft öffnet – sondern durch Reife. Das Nervensystem der Mutter und des Babys entscheiden, das es nun soweit ist und genau hier entsteht eine andere Form von Nähe.
Nicht aus Angst und nicht aus dem Mangel, sondern aus einem inneren Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit und Stabilität.
Diese Qualität zeigt sich oft auch im Schlaf. Wenn der Tag endet und es still wird, zeigt sich, ob das Nervensystem wirklich loslassen kann. Oder ob es weiter wach bleibt, weiter einen Zustand halten muss und weiter kontrollieren muss. Meine Arbeit mit dem Körper und dem Nervensystem setzt genau hier an. Es geht hier nicht um eine Technik oder Optimierung, sondern als ein leises Wieder-Erinnern.
Wir erinnern uns was es bedeuted lange auszuatmen und achtsam einzuatmen. Wir beobachten und schenken dem Körper, und damit uns selbst wieder mehr Wahrnehmung. Über kleine Impulse, die dem System signalisieren: Du bist jetzt sicher. Und aus dieser Sicherheit heraus geschieht etwas, das nicht gemacht werden kann:

Vielleicht ist genau das die Qualität dieses Moments: Nicht schon fliegen zu müssen, sondern uns in diesem eigenen Prozess zu achten. Wie das Pfauenauge, das seine Flügel erst dann öffnet, wenn der richtige Moment gekommen ist.



