Ich sehe den Körper in diesen Momenten, in denen er keinen klaren Halt mehr im Außen findet und gleichzeitig nicht mehr richtig in sich selbst zur Ruhe kommt, als würde er zwischen zwei Zuständen hängen, ohne dass jemand bewusst entschieden hat, ihn dort zu lassen, und genau dort beginnt etwas sichtbar zu werden, das sonst im Hintergrund bleibt, nämlich dieses leise, aber konstante Festhalten, das sich nicht wie eine Handlung anfühlt, sondern eher wie ein Zustand, der sich über Jahre eingeschrieben hat, ein Körper, der wach bleibt, obwohl nichts ihn mehr wirklich ruft, der schläft, ohne wirklich loszulassen, der müde ist und trotzdem nicht in die Tiefe sinkt, als hätte er irgendwann verlernt, wo eigentlich Ruhe beginnt.
Und ich beobachte, wie in solchen Phasen Fasten nicht als Konzept auftaucht, sondern als Reduktion von allem, was sonst ständig in diesen Körper hineinwirkt, weniger Reize, weniger Unterbrechungen, weniger unmittelbare Antworten auf alles, was sich zeigt, und dadurch entsteht etwas sehr Eigenes, weil das, was vorher sofort weitergeschoben wurde, einen Moment länger im Körper bleiben darf, ein Hunger, der nicht sofort in Handlung übersetzt wird, eine Spannung, die nicht sofort korrigiert wird, eine Müdigkeit, die nicht sofort überdeckt wird, und in diesem einfachen Verlängern eines Moments beginnt der Körper sich selbst wieder wahrzunehmen, nicht als etwas Neues, sondern als etwas, das immer da war, aber ständig überlagert wurde.
Und dann sehe ich den Schlaf, nicht als idealen Zustand, sondern genau in diesem Übergang davor, wenn der Körper schon schwer wird und gleichzeitig noch etwas festhält, als würde er die Richtung kennen, aber den Übergang vergessen haben, und dieser Moment ist oft kaum sichtbar, weil nichts Dramatisches passiert, sondern eher etwas sehr Feines, fast Unspektakuläres, ein Nachgeben im Brustraum, das nicht entschieden wird, ein Atem, der nicht tiefer wird, sondern weniger geführt, eine Muskulatur, die nicht aktiv loslässt, sondern einfach aufhört, weiter zu halten, und genau in diesem kaum benennbaren Kippen entsteht dieser Zwischenraum, in dem Wachsein und Loslassen gleichzeitig da sind, ohne sich gegenseitig zu stören, und aus diesem Zwischenraum heraus fällt der Körper nicht in den Schlaf, sondern eher aus dem Halten heraus.
Und wenn ich Fasten und Schlaf nebeneinander sehe, dann ist es nicht das Ereignis, das sie verbindet, sondern dieser Zustand davor, in dem der Körper so lange im Reagieren gewesen ist, dass er den Zugang zu seinem eigenen Nicht-Reagieren nur noch leise erinnert, und genau dort, in dieser Reduktion von außen oder in diesem Nachlassen von innerem Festhalten, taucht etwas wieder auf, das nicht neu ist, sondern nur verschüttet, nämlich diese Richtung nach innen, dieses Wiedererkennen von Ruhe als etwas Körperliches, das nicht gedacht werden muss, sondern sich zeigt, sobald nichts mehr ständig dazwischengeht.



