Auf den Tag genau vor 11 Jahren habe ich auf meine Website geschrieben: „Der Weg zu dir Selbst.“ Damals wusste ich nicht, wie lange dieser Weg sein würde.

Ich dachte vielleicht, es wäre ein Ziel. Ein Ort, an dem ich irgendwann ankomme. Ein Zustand, den ich erreichen werde oder kann, wenn ich nur genug verstanden, gelernt oder bearbeitet habe. Heute weiß ich: Der Weg zu mir war nie eine gerade Straße. Er war ein Pfad mit Umwegen, Sackgassen und unerwarteten Landschaften. Ich habe gesucht und bin vielen Menschen begegnet und habe vieles ausprobiert und jedes unentdeckte Blatt dabei umgedreht.

Ich habe nach Antworten gesucht, nach Gesundheit, nach Ruhe, nach einem Gefühl von Zuhause in mir selbst. Ich habe Bücher gelesen, Ausbildungen gemacht, Menschen zugehört, Methoden gelernt und wieder verworfen. Ich habe geglaubt, etwas finden zu müssen, das mir noch fehlt.

Auf dieser Reise zu mir Selbst habe ich vieles verloren. Vorstellungen darüber, wie das Leben sein sollte. Bilder davon, wer ich sein müsste. Sicherheiten, an denen ich lange festgehalten hatte. Manches ging freiwillig, aber manches wurde mir genommen. Heute bin ich dankbar für beides. Denn mit jeder Akzeptanz und jedes Loslassen wurde Platz geschaffen für etwas Neues. Wenn ich auf diese Jahre zurückblicke, erkenne ich, dass sie mich genau durch die Themen geführt haben, die ich heute weitergeben möchte.

Ich habe gelernt, im Körper anzukommen, statt vor ihm wegzulaufen. Ich habe gelernt, Stress nicht als Feind zu betrachten, sondern als Sprache meines Systems. Ich habe gelernt, dass Anspannung oft Schutz war. Dass Schlaf nicht erzwungen werden kann. Dass Entzündungen nicht nur im Körper entstehen, sondern manchmal auch dort, wo wir gegen uns selbst kämpfen. Ich habe gelernt, dass Nahrung mehr ist als Essen, Bewegung mehr ist als Leistung und Regeneration mehr ist als Ausruhen.

Vor allem aber habe ich gelernt, dass Heilung selten spektakulär geschieht. Sie geschieht in kleinen Momenten. In einem bewussten Atemzug, im Innehalten, in der Ruhe, in einer Pause, in der Stille. In einem freundlicheren Blick auf sich selbst.

Und während ich all das gelernt habe, war da jemand, der mein Bewusstsein immer wieder erweitert hat.

Oft sagen wir Erwachsenen, wir würden unseren Kindern etwas beibringen. Für mich fühlt sich das anders an und war oft umgekehrt. Ich sage immer wieder das ich all mein Wissen meiner Tochter und meinem Sohn zu verdanken habe. Über viele Jahre haben sie mir Türen geöffnet, von denen ich nicht wusste, dass sie existieren. Sie haben mich gezwungen, Gewohntes zu hinterfragen, anders hinzusehen und neue Perspektiven einzunehmen. Durch sie habe ich gelernt, dass Entwicklung kein einseitiger Weg ist.

Wir wachsen miteinander und Füreinander

Bis heute lerne ich von Beiden und für mich ist das die größte Erkenntnis dieser Jahre: Dass Ankommen nicht bedeutet, fertig zu sein. Es bedeutet nicht, alle Antworten zu kennen. Es bedeutet nicht, keine Unsicherheiten mehr zu haben.

Ankommen bedeutet für mich heute etwas anderes

Es bedeutet, an einem Ort in mir zu stehen, an dem ich mir selbst begegnen kann. Mit allem, was da ist. Mit dem Wissen und dem Nichtwissen. Mit der Stärke und der Verletzlichkeit. Mit dem Vergangenen und dem, was noch kommen wird. Wenn ich heute Menschen begleite, dann nicht, weil ich den perfekten Weg kenne, sondern weil ich selbst unterwegs gewesen bin. Weil ich gesucht habe und weil ich vieles verloren, vieles hinterfragt und vieles neu gelernt habe.

Der Größte Schatz in allem ist zu erkennen, dass der Weg zu uns selbst nicht darin besteht, jemand anderes zu werden, sondern Schritt für Schritt zu dem zurückzukehren, was wir in unserem Innersten längst sind.

DANKBARKEIT

für das Leben das ich bis jetzt gelebt habe und für jeden Schritt den ich gegangen bin um die Frau zu SEIN die ich heute jeden Morgen im Spiegel mit einem Lächeln begrüßen kann.