Viele Menschen, beschreiben ein ähnliches Gefühl: „Ich bin müde, aber ich komme nicht zur Ruhe.“
Der Körper wirkt erschöpft, die Gedanken kreisen, nachts wacht man immer wieder auf oder findet erst gar nicht in den Schlaf. Oft steckt dahinter nicht mangelnde Müdigkeit, sondern ein Nervensystem, das über längere Zeit gelernt hat, in Alarmbereitschaft zu bleiben.
Eine wichtige Rolle spielt dabei das Stresshormon Cortisol.
Cortisol wird in den Nebennieren gebildet und ist grundsätzlich nichts Schlechtes. Im Gegenteil: Es hilft uns morgens wach zu werden, Herausforderungen zu bewältigen und auf Belastungen zu reagieren. Unser Körper ist darauf ausgelegt, Cortisol auszuschütten und anschließend wieder in einen Zustand der Ruhe zurückzukehren.
Doch viele Menschen leben heute in einem Dauerstressmodus.
Termindruck, Sorgen, emotionale Belastungen, ständige Erreichbarkeit oder auch unverarbeitete Erfahrungen können dazu führen, dass das Nervensystem kaum noch zwischen Anspannung und Entspannung wechselt. Der Körper bleibt in einem Zustand erhöhter Wachsamkeit.
Aus Sicht des Nervensystems ergibt das Sinn. Wenn der Körper glaubt, er müsse aufpassen, wird Schlaf zur Nebensache. Sicherheit hat Vorrang vor Erholung. Die Folge: Der Puls bleibt erhöht, die Muskulatur angespannt, die Gedanken aktiv. Selbst wenn wir erschöpft sind, fällt das Loslassen schwer. Viele Menschen berichten dann von nächtlichem Grübeln, frühem Erwachen oder dem Gefühl, nie wirklich tief zu schlafen.
Genau deshalb setzen wir im Schlaf gut-Retreat nicht allein beim Schlaf an.
Wir beschäftigen uns mit den Bedingungen, die Schlaf überhaupt erst möglich machen. Denn Schlaf lässt sich nicht erzwingen. Er entsteht dort, wo das Nervensystem wieder Sicherheit wahrnimmt. Über Atemarbeit, Achtsamkeit, sanfte Bewegung, Entspannungstechniken und Wissen über die Zusammenhänge von Stress und Regeneration lernen die Teilnehmenden, die Signale ihres Körpers besser zu verstehen.
Denn oft ist Schlaflosigkeit kein Zeichen dafür, dass der Körper versagt. Sie ist vielmehr ein Hinweis darauf, dass das Nervensystem über lange Zeit versucht hat, uns zu schützen. Der Weg zurück zu gutem Schlaf beginnt deshalb nicht mit Kontrolle, sondern mit Verständnis. Mit dem Verständnis dafür, dass Regeneration nicht im Kopf entsteht, sondern im Nervensystem. Und dass der Körper, sobald er sich sicher genug fühlt, meist von selbst wieder weiß, wie Ruhe geht.



