Heute ist mir noch einmal besonders bewusst geworden, dass bewusste und gesunde Ernährung weit über Nährwerte, Zutatenlisten oder Konzepte hinausgeht. Natürlich achten wir darauf, was wir essen. Wir wählen Lebensmittel, die den Körper unterstützen, ihn entlasten und nähren. Und doch gibt es etwas, das mindestens genauso entscheidend ist: wie wir essen.
Essen ist Beziehung. Zum Körper. Zu uns selbst. Zum Leben. Wenn wir mit Genuss essen, mit Präsenz, mit offenen Sinnen, dann geschieht etwas ganz anderes, als wenn wir etwas „Richtiges“ nur aus Pflicht oder Widerwillen zu uns nehmen. Das Auge isst mit. Der Geruch. Die Hände. Und vor allem: das Herz. Nahrung wird lebendig, wenn sie uns berührt.
Wir haben heute darüber gesprochen, dass Menschen sogar verhungern können, obwohl sie essen – weil die Lebendigkeit fehlt. Weil Genuss, Freude und Verbindung fehlen. Bewusst und gesund sind kraftvolle Worte, ja. Doch sie entfalten ihre wahre Wirkung erst dann, wenn sie von Genuss getragen werden. Wenn Essen nicht kontrolliert, sondern liebevoll begleitet wird.
Hier beim Scheinfasten erlebe ich genau das: ein achtsames, klares Essen, das Raum lässt für Freude. Kleine Mahlzeiten, bewusst zubereitet, mit Farben, Texturen, Wärme. Ich esse langsamer. Ich schmecke mehr. Ich bin da. Und genau darin liegt für mich eine tiefe Form von Gesundheit.
Vielleicht ist echte, nährende Ernährung nicht nur eine Frage der Auswahl, sondern eine Frage der Haltung. Wie begegne ich mir selbst, wenn ich esse? Mit Strenge – oder mit Wohlwollen? Mit Konzepten – oder mit Gefühl?
Heute fühlt es sich an, als würde mein Körper nicht nur versorgt, sondern gehört. Und das ist ein Geschenk.



