Ich bin im Scheinfasten, und es fühlt sich an wie eine liebevolle Umarmung von innen. Wir essen – leicht, bewusst, reduziert – und doch sind diese kleinen Mahlzeiten voller Geschmack, voller Farbe, voller Leben. Beim Kochen verliere ich mich auf die schönste Art: im Schnippeln, Kneten, Mischen, im Berühren der Lebensmittel mit den Händen. Salate werden nicht einfach gemacht, sie werden gefühlt. Es ist kreativ, sinnlich, verspielt – und ich merke, wie sehr mich dieses Für-andere-Kochen nährt.
Draußen tragen mich meine Schritte kilometerweit, zehn Kilometer durch Luft und Weite, und mit jedem Schritt kommt mehr Energie zurück in meinen Körper. Eine klare, ruhige Energie. Mein Tinnitus, der mich nachts fast angeschrien hat, wird leise, fast wie eine Erinnerung – und ich spüre, wie Stille wieder Raum bekommt.
Scheinfasten ist für mich die weibliche Form des Loslassens. Kein Kämpfen, kein Zwingen, sondern ein sanftes Bei-mir-Ankommen. Selbstliebe, Fürsorge, ein wohlwollendes Nähren dessen, was sich jetzt stimmig anfühlt. In dieser Zeit des Wandels – von der Schlange ins Feuerpferd – bin ich präsent. Ganz hier. Ganz in meinem Körper. Ich fühle mich, ich bewohne mich.
Und wenn ich morgens einfach nur da liege, mit dieser Zeit ganz für mich, dann durchströmt mich ein tiefes Gefühl von Zufriedenheit. Ich bin erfüllt, ruhig, lebendig. Dieses Bei-mir-Sein macht mich schlicht und einfach glücklich.



